Triathletin · Berlin · 🇧🇷🇩🇪
Zoe
Barossi
35. Brasilianerin. Berlinerin. Projektmanagerin. Triathletin. Ich habe gelernt, Menschen zu verstehen — auch mich selbst. Jetzt lerne ich, Grenzen zu verschieben.
"My name literally means LIFE. I love LIFE and I invite you to find this love too; every day."
São Paulo → Berlin
Ich wurde in Los Angeles geboren. Mit vier ging es nach São Paulo — da bin ich aufgewachsen. Brasilianerin mit italienischen Wurzeln. Mein Zuhause war laut, chaotisch und kompliziert. Ich hab Psychologie studiert, eine Ausbildung zur Psychodrama-Therapeutin gemacht. Ich wollte Menschen verstehen. Vielleicht wollte ich auch mich selbst verstehen.
Mit 21 hab ich meinen Rucksack gepackt und bin sieben Monate durch Europa gereist. Alleine. Es war das erste Mal, dass ich gespürt habe, wer ich ohne mein Umfeld bin. Dann zurück nach Brasilien. Dann wieder weg.
"Moving continents, being away from family, experiencing a start to a new decade from the other side of the world."
Ende 2019 kam ich nach Berlin. Ich musste weg aus Brasilien — das war keine Reise, das war eine Entscheidung. Ich fing bei N26 an, einer deutschen Neobank. Im Customer Support. Ganz unten. Ich arbeitete mich hoch. Heute bin ich Projektmanagerin. Vollzeit. Immer noch.
Berlin wurde nicht sofort Zuhause. Das passierte Stück für Stück. Freunde, die zur Familie wurden. An meinem 30. Geburtstag saß ich mit meinen Menschen in einer Bar in Neukölln und wusste: das ist meine chosen family.
"I kept it going, strong and faithful. It's another start."
Berlin Halbmarathon · April 2023
É alegria, genuína.
It's happiness, genuine.
È felicità, genuina.
Es ist Glück, echt.
PUREZA!
Die Verwandlung
Vor ein paar Jahren hab ich angefangen, ins Gym zu gehen. Nichts Wildes — Routine. Meinen Körper spüren. Muskeln aufbauen. Etwas haben, das nur mir gehört.
Dann kam die Anämie. Mein Körper brach zusammen. Zwei Stockwerke Treppen steigen, Puls auf 180. Ich konnte nichts. Gar nichts. Ich, die vorher jeden Tag trainiert hat, konnte nicht mal zur Arbeit laufen ohne danach völlig fertig zu sein.
Die Erholung dauerte Monate. Aber ich hörte nicht auf. Ich fing an zu laufen. Erst einen Kilometer. Dann zwei. Im Juli 2022 mein erster 10k — das ARCN-Rennen in Berlin.
"This race has a huge meaning for me. Its completion represents my recovery from anemia, from the time I couldn't go up 2 flights of stairs without my heart beating 180bpm."
Das war nicht einfach nur ein Lauf. Das war Beweis. Beweis, dass mein Körper mir gehört. Dass ich stärker zurückkomme.
ARCN Berlin 10k · Juli 2022
Der Halbmarathon
April 2023. Berlin Halbmarathon. Mein erstes großes Rennen. Wochen der Vorbereitung. Die Nervosität davor. Die Vorfreude. Und dann der Tag selbst.
21 Kilometer durch meine Stadt. Durch Kreuzberg, Neukölln, Mitte. Menschen am Rand, die schreien. Die Energie — unbeschreiblich.
"I was running on clouds and absorbed by all my excitement, tears, dopamine, serotonin, cheering crowd and the strongest positive energy."
"From that point on I knew nothing could take me off of the track. Literally! Determined, focused and fck excited!"
An der Ziellinie hab ich geheult. Nicht weil es weh tat. Weil ich begriffen habe: Mein Körper kann mehr als mein Kopf glaubt. Von da an gab es kein Zurück.
Hannover Volkstriathlon · September 2024
"CONSISTENCY AND TRUST guide me."
Der Sprung
September 2024. Mein erster Triathlon. Hannover Volkstriathlon, Sprint-Distanz. Einen Monat Training. Schwimmen, Rad, Laufen — drei Sportarten, die ich einzeln kaum konnte, zusammen in einem Rennen. 12. in der Altersklasse.
"It was insanely fantastic, it was a milestone! I want more."
Und ich wollte mehr. Sofort. Alles.
Ab da wurde es ernst. 5 Uhr morgens Wecker. Erste Session vor der Arbeit. Zweite Session nach der Arbeit. 5x pro Woche auf dem Canyon Kicker zu Hause — Zwift-Sessions, alleine, verschwitzt, im Wohnzimmer. Am Wochenende draußen. Laufen. Schwimmen. Immer weiter.
Mai 2025: Erster Olympischer Triathlon — 5150 Kraichgau. 6. in der Altersklasse. 2:52:57.
"I always cry at the finish line, it's so much hard work put into it, I get deeply emotional and proud of myself. VAMOOOOO!"
Juli 2025: WTCS Hamburg, Kurzdistanz. 7. in der Altersklasse. 2:36:49.
"My jump at the finish line replaces all possible captions — WHAT A DAY! UNSTOPPABLE."
September 2025: 70.3 Ironman Emilia Romagna, Cervia. Mein erster Halbironman. 35°C. Ab Kilometer 50 auf dem Rad dehydriert. Kopfschmerzen. Übelkeit. Ich konnte kaum noch sehen. Und trotzdem — trotzdem bin ich gelaufen. 21 Kilometer. Jeden einzelnen Schritt. 9. in der Altersklasse. 5:42:36.
"35°C on my head, dehydration already at km 50 on the bike, with a headache and sickness that somehow brought me to the finish line."
Vom ersten Sprint zum 70.3 Ironman in einem Jahr. Neben Vollzeitjob.
"~15h of training per week, + work and housework, + social life >> it's an everyday decision that I make, setting it as my priority. VAMOOOOO!"
WTCS Hamburg · Juli 2025
"I always cry at the finish line, it's so much hard work put into it, I get deeply emotional and proud of myself."
"I do it because I am alive and I love my life. You gave me that."
70.3 Ironman Cervia · September 2025
Nizza 2026
April 2026: Qualifikation in Brasília. Zurück in meinem Land, für das größte Rennen meines Lebens. Dann Ironman WM Nizza. Das Ziel, auf das alles hinarbeitet. Jede Stunde auf dem Rad, jeder Kilometer im Wasser, jeder Lauf in der Dunkelheit vor Sonnenaufgang.
Amateur — noch.
Vier Sprachen
Portugiesisch. Englisch. Italienisch. Deutsch. Nicht weil es auf dem Lebenslauf gut aussieht — weil jede Sprache eine andere Version von mir ist. Auf Portugiesisch bin ich laut und weich. Auf Englisch direkt und klar. Auf Italienisch melodisch. Auf Deutsch? Da kämpfe ich manchmal noch. Aber ich kämpfe gern.
"From mountains and lakes to techno parties and dance — that's all within my life range."
"I've realized that actually I don't give a f*** —
that YES, I am proud of all of that."
VAMOOOOO!